Ruhrbesetzung Anno 1925

Während der Ruhrbesetzung, 1923 bis 1925, wurde die Rapener Schachtanlage ab dem 10. Juni 1923 unter die Aufsicht belgischer Soldaten gestellt. Im Dezember des gleiche Jahres zogen diese wieder ab. Hintergrund der Aktion waren die im Versailler Friedensvertrag vereinbarten Reparationszahlungen des deutschen Reiches. 

Weil sie nicht vertragsgemäß geleistet werden konnten, besetzten verschiedene Siegermächte unter Führung Frankreichs das Ruhrgebiet, um sich an den Kohleförderungen schadlos zu halten. In Rapen hatte die Besetzung unter anderem auf schulischem Gebiet spürbare Folgen. Weil die Besatzungssoldaten die evangelische Schule als Kaserne requirierten, mussten alle Rapener Kinder in der katholischen Schule unterrichtet werden. Kurz darauf wurde auch diese zur Kaserne umfunktioniert. Rapens Kinder hatten in der Folgezeit die Erkenschwicker Schulen zu besuchen.
Text: Ulrich Müter

Dieses Foto wurde 1925 heimlich vom Dachboden eines Hauses an der Ewaldstraße aufgenommen. Im Hintergrund ist noch die evangelische Schule in Rapen zu erkennen.
Auf der Straße versammelten sich die Soldaten der Ruhrbesetzung. Auch Erkenschwick war wegen seiner guten Kohlen fördernden Zeche in den Strategieplan der französischen Ruhrbesetzung ein
gebunden. Hier wie anderswo erlebte die Bevölkerung die gleichen Schrecken: Verblendung, Hass und Willkür diktierten das Geschehen.
Gott sei Dank ist  auch das Geschichte und die Menschen Europas beginnen nach dem Zweiten Weltkrieg zu lernen, dass sie in einem gemeinsamen Haus sitzen, in dem gute Nachbarschaft obersten Gebot sein muss.
Text: Gerhard Verk