Die alte St. Josef Kirche

Die alte St. Josef-Kirche  wurde 1908 erbaut.Sie war die zwangläufige Folge der damals starken Bevölkerungsentwicklung, die durch die Abteufung der Schächte des ehemaligen Bergwerks Ewald Fortsetzung hervor gerufen wurde. In der Frühzeit gehörte der Ortsteil Erkenschwick zu St. Peter in Recklinghausen. 1899 wurde eine Umpfarrung durchgeführt. Der südöstliche und östliche Teil Erkenschwick`s wurde der Kirchengemeinde Horneburg, der  westliche und nördliche Teil St. Peter und Paul in Oer zugeschlagen wurde.

Die Kirche St. Josef war zunächst ein saalähnliches Notgebäude und wurde als Rektorratsgemeinde und Filialkirche der Pfarrgemeinde Horneburg geführt. Später erst kam ein Gewölbedach und ein Portal mit Kirchturm hinzu. Das Grundstück stiftete die Ww. Johan Sonntag,

 gen. Backhaus. Im Jahre 1909 wurde nahe der Kirche ein Pfarrhaus gebaut. 1911 wurde St. Josef selbständige Pfarrgemeinde. Der erste Geistliche war Pfarr-Rektor Franz Althoff , der bis 1912 seinen Dienst versah.

Im Jahre 1912 tritt Pfarrer Franz Roters seinen Dienst an. Er war 13 Jahre, bis 1925 Pfarrer in St. Josef. Unter seiner Leitung wurde das St. Agnes Stift errichtet. Außerdem galt sein größtes Bemühen der Errichtung einer Rektoratsgemeinde in Klein-Erkenschwick. Der Erste Weltkrieg verhinderte jedoch zunächst diesen Plan. Immerhin gelang es Pfarrer Roters 1915 einen großen Vereinsaal in Klein-Erkenschwick zu errichten, der u. a. als Notkirche genutzt wurde. 1921 wurde Klein-Erkenschwick zur Rektoratsgemeinde ernannt. 1922 wurde das St. Agnes Stift erweitert. Im Jahre 1925 erfolgte der Neubau des Pfarrhauses in Klein-Erkenschwick. Nur durch die Versetzung konnte dem schaffensreichen Wirken des Pfarrers Roters ein Ende gesetzt werden.
Neuer Seelsorger wurde im Jahre 1925 Pfarrer Theodor Alt-Epping, der fortan 26 Jahre die Geschicke von St. Josef leitete. Er setzte das Wirken seines Vorgängers beherzt fort. Unter seiner Leitung wurden die z. T. unter Pfarrer Roters in Angriff genommenen Bauvorhaben, wie der Umbau des Schwesternhauses zum Waisenhaus, der Anbau des Ostflügels an demselben, der Bau des Pfarrhauses in Klein-Erkenschwick und schließlich der Neubau der Christus-König-Kirche 1929 vollzogen. In der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 hatte Pfarrer Alt-Epping große Probleme mit den Machthabern. Mehrfach wurde er bei der Gestapo vorgeladen, wobei er stets sein christliches Handeln vehement verteidigte. Aus Gesundheitsgründen musste Pfarrer Alt-Epping 1951 sein Amt als Seelsorger in St. Josef aufgeben.
Im Mai 1951 trat Pfarrer Ludger Hartmer die Nachfolge als Seelsorger von St. Josef an.  Wie bereits seine Vorgänger sollte auch Pfarrer Hartmer sich neben seinen seelsorgerischen Tätigkeiten als großer Baumeister hervortun.  Unter seiner Leitung wurde 1958 der Kindergarten in Rapen, 1963 die Kirche St. Marien und im Jahre 1969 das neue Kinderheim St.  Agnes errichtet. Nun galt es, für die 1908 errichtete Notkirche, die inzwischen sehr Reparaturbedürftig geworden war, einen geeigneten und würdigen Ersatz zu schaffen. Nach langen Verhandlungen konnte ein Grundstück von der Stadt erworben werden. 1970 erhielt die Gemeinde die Baugenehmigung. Wegen der hohen Eigenbeteiligung der Gemeinde wurde zunächst die Kirche, der Kindergarten und das Pfarrhaus gebaut. Das Bauvorhaben "Pfarrheim" musste auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Bereits am 15.Sept. 1972 konnte der Kindergarten bezogen werden. Parallel dazu wurde die Kirche gebaut und konnte am 1. Okt. 1972 durch Bischof Heinrich Tenhumberg eingeweiht werden. So entstand das moderne Pfarrzentrum an der Otto-Hue-Straße. Damit war das Lebenswerk Pfarrer Hartmer`s vollbracht. Am 1.Januar 1973 trat Pfarrer Hartmer seinen wohlverdienten Ruhestand an. Die alte St. Josef-Kirche wurde noch im Jahre 1973 abgebrochen. Weitere Informationen zur neuen Pfarrkirche St. Josef erhalten Sie in Kürze durch einen Klick auf die neue Kirche.