Triathlet Andreas Niedrig 

Andreas Niedrig
Vom Junkie zum Ironman

 

Selbst Alabama fordert Autogramme !

Zurück in der Heimat. Andreas Niedrig darf sich ein Päuschen gönnen. Wer einen Triathlon bestreitet und dann auch noch so erfolgreich wie dieser Mann, der kann viel erzählen. Und muss noch mehr Autogramme schreiben.

Also ist die Geschichte mit dem Päuschen schnell zu relativieren. Roth, jenen über die nationalen Grenzen hinweg längst etablierten Triathlon, hat der 34-Jährige mit Platz zwei abgeschlossen. Und nun ist der Mann in aller Munde. 
In Oer-Erkenschwick schon lange, bundesweit spätestens nach der Veröffentlichung seines Buches "Vom Junkie zum Ironman". Und sportlich jetzt erst recht.

Bürgermeister Clemens Peick nutzte gestern die Gelegenheit, dem erfolgreichsten Sportler der Stadt zu gratulieren. Es war nicht die einzige Hand, die Niedrig schütteln durfte. Die Fans wollen wissen, wie es weitergeht, die Sponsoren sind natürlich nach einem derartigen triumphalen Auftritt wie in Roth zufrieden. Bei der Firma Kohler an der Rudolfstraße steht Niedrig jetzt ganz hoch im Kurs.

Fachzeitschriften überschlagen sich geradezu und sehen ihn gemeinsam mit dem Roth-Sieger Lothar Leder in "einer anderen Dimension". So etwas reizt dann die Medien - genau wie nach der Buchveröffentlichung. "Die Anzahl der Anfragen", so hat Niedrig nach seiner Rückkehr zum Stimberg festgestellt, sind genauso häufig. Was bleibt, ist zu selektieren. "Denn alles kann man gar nicht machen."

Zwei länger erteilte Zusagen wird er natürlich einhalten. Da ist ein ZDF-Feature für das Mittagsmagazin und ein Porträt, das er gemeinsam mit dem "Vorzeige-Beau" der deutschen Schauspielkunst, Sky Dumont dreht. Der erste Teil ist bereits abgearbeitet, Part zwei folgt mit Dumont Anfang September in Oer-Erkenschwick.

Auch da wird Niedrig viel über seinen Sport erzählen. Über Schwimmtraining im Bad, über die Laufeinheiten in der Haard und über die Radstrecken rund um den Stimberg. Längst ist er beim Stichwort Trainingspensum froh, den "goldenen Mittelweg" gefunden zu haben. Im Januar noch war er mit einer Gruppe um den Spitzen-Triathleten Thomas Hellriegel unterwegs. Das Pensum war enorm. Zu enorm. "So heftig, dass man sich teilweise kaputt trainiert hat", erzählt Niedrig. So suchte er seinen individuellen Weg. Fand ihn, und sorgte in Roth für reichlich Schlagzeilen.

Rund um die Haard sucht er in der Heimat die Form für Hawaii. In zweieinhalb Monaten geht es zum "Iron-Man". "Ich glaube, mein Optimum erreicht zu haben. Aber noch suche ich einen Lauftrainer für den letzten Schliff." Sagt's und schaut ungläubig, als ihm sein Sponsor einen Gutschein für einen Whirlpool überreicht. Das Päuschen wird in Zukunft noch angenehmer. Und die Zahl der Fans immer internationaler.

Denn in der E-Mail-Post lag nun auch ein Autogramm-Wunsch aus Alabama: "To Mr. Niedrig, O-Town."

 

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