Boxmeister
Günter Strangfeld |
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Als eines von zehn Kindern wurde Günter am
10.04.1922 in Herten geboren und legte nach der Volksschulzeit
als Berglehrling auf der Zeche Ewald an.
Oer-Erkenschwick. - Dem
Fußball hat er immer die Treue gehalten. Als junger Mann zog er zunächst
die Fußballstiefel für die Spielvereinigung Herten an, kam aber durch
seinen Bruder Walter auch mit dem Boxsport in Berührung. Sein Vater
stellte die Weichen endgültig, als er ihn vor die Wahl stellte, entweder
zu boxen oder auf dem Fußballfeld eventuell Lorbeeren zu ernten. Günter
entschied sich für den Faustkampf - zu Recht, wie sich
herausstellte.
Im Federgewicht (damals Klasse bis
58 kg ) absolvierte er in seiner Laufbahn von 1934 bis 1959 insgesamt 375
Kämpfe, von denen er nur 25 verlor und 18 unentschieden gestalten konnte.
Kein einziges Mal musste er eine K.-o.- Niederlage hinnehmen.
Schon in der Jugendklasse wurde er
zweimal Westfalenmeister; die Krönung seiner Laufbahn aber war die
Erringung der Deutschen
Meisterschaft 1942. Nach vier
Vorkämpfen besiegte er im Finale den Berliner Seidel trotz eines Handknochenbruches und sicherte sich so
den Siegerkranz im Federgewicht. Natürlich wurde einer wie er auch in die
Nationalstaffel berufen, wo er unter anderem im Dreiländerkampf gegen
Ungarn und Italien den italienischen Europameister Paoletti in der zweiten
Runde k.o. schlug. |
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Eine
Geschichte aus einem seiner Zahlreichen Gefechte: Vor einem Kampf gegen einen bekannten Boxer aus der
Vestmetropole hatte dessen Betreuer erfahren, dass Strangfeld starke
Ohrenschmerzen und das Ohr entzündet habe. Er, Günter Strangfeld, hatte
eigentlich gar nicht boxen wollen und dürfen. Nun, der Gong ertönte doch,
und sein Gegner, durch den Trainer entsprechend unterwiesen, schlug ihn
gleich zu Beginn auf sein Ohr, dass es ihn nur so hinknallte. Der Wille,
nicht k.o. zu gehen, trieb ihn aber wieder hoch und ließ ihn die Runde
überstehen. Durch die Schlagwirkung war die Entzündung aufgeplatzt und
nach außen gelaufen. Die Schmerzen waren wie weggewischt, und dann
"bestrafte" der junge Federgewichtler seinen Kontrahenten, dass ihm Hören
und Sehen verging. Zum Schluss dieser Partie hatte Strangfeld mehrere
Niederschläge erzielt und wurde klarer Sieger über einen zermürbten
Gegner. |
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Leider war für ihn in bezug auf
Olympia nicht viel drin, da er 1936 noch zu jung war. Nach dem Krieg war
es dann leider zu spät. |
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Noch als Soldat errang Strangfeld so manchen Sieg, aber dann geriet
er für sieben Jahre in sowjetische Kriegsgefangenschaft . Nach seiner
Heimkehr griff er zwar noch einmal an, aber seine beste Zeit neigte sich
dem Ende. Er Boxte noch "einige runden" bei seiner Spvgg. Herten und und
war hier auch als Trainer aktiv.

Foto: Freundschaftskampf
Herten / Waltrop
Hier, 1951 fand der erste Kampf
nach seiner Gefangenschaft statt.
Mitte: Ringrichter Hermann
Heitling
links : Engels aus
Waltrop
rechts: Günter Starngfeld
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1957 zog Strangfeld nach
Oer-Erkenschwick, wo er als Angestellter in der Wohnungsverwaltung von
Ewald-Fortsetzung eine Arbeit aufnahm. In der Stimbergstadt gestaltete er
Mitte der 60er Jahre auch das kurze Leben eines eigenen Boxclubs mit, in
dem er als Trainer zwar Kämpfer wie Losch und Schaberick hervorbrachte,
dessen "Managementfehler" er als Sportler allerdings nicht verhindern
konnte. |
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Von wesentlich größerem Erfolg war
dagegen ein anders "Engagement" des ehemaligen Meisterboxers
gekrönt. Späte
Sportlerhochzeit nach 50 Jahren. Am Freitag dem 31
März 1995 gaben sich Olga Eckstein (die im Mai 1995 das 75 Lebensjahr
vollendet) und Günter Strangfeld, die schon seit Jahrzehnten in einem
Häuschen an Voßacker 16 glücklich zusammenleben, das Jawort. |
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