Resümee

 

Zusammenfassung und Perspektiven für die Zukunft unserer Stadt.

Man sollte sich einmal die Frage stellen, wie unsere Stadt heute wohl aussähe, wenn man vor 100 Jahren Ewald-Fortsetzung an einem anderen Ort als in Oer-Erkenschwick errichtet hätte. Wahrscheinlich wäre mit Sicherheit davon auszugehen, dass da, wo heute Wohnsiedlungen, Zechengebäude und andere Industrien stehen, über Jahrzehnte noch der Raum von der Landwirtschaft geprägt worden wäre. Welche Menschen würden heute hier leben und welche Verwandte und Freunde gäbe es?

Es ist jedoch alles anders gekommen. Wie oben dargestellt, hat sich unsere Stadt in den letzten 60 Jahren, die wir ohne Krieg erleben durften, mächtig entwickelt. Voraussetzung dafür war in erster Linie die Wirtschaftskraft der örtlichen Schachtanlage, wobei zunehmend auch das neu hinzugewonnene wirtschaftliche Potential im Handel, Handwerk, Gewerbe, in der Dienstleistung und Industrie zunehmend dazu beigetragen hat. Dennoch ist nicht zu übersehen, dass das Wachstum mit dem Rückzug von Kohle und Stahl in unserer Region merklich schwächer geworden ist. Der Strukturwandel zu anderen Industrien ist noch lange nicht geschafft und die verlorenen Arbeitsplätze in der Kohle- und Stahlindustrie konnten bisher nur zum Teil wieder zurück gewonnen werden. Dieses drückt sich auch in den relativ hohen Arbeitslosenquoten der Region aus.

Im April 1998 waren im Bundesgebiet 4.42 Millionen Menschen oder 11,4% arbeitslos. Bezogen auf die alten Bundesländer betrug die Arbeitslosenquote 9.5%, wobei diese in den Städten des Ruhrgebiets zwischen 12,1% und 17.1% schwankte. Im Arbeitsamtsbezirk Recklinghausen / Oer-Erkenschwick / Haltern waren 14.2% Arbeitslose registriert. Obwohl die Arbeitslosenquote z. Z. leicht rückläufig ist, fürchten dennoch viele Menschen den Verlust ihres Arbeitsplatzes, da in allen Bereichen der Wirtschaft und der Verwaltung rationalisiert wird und weiterhin Arbeitsplätze abgebaut werden dürften.

Welche Auswirkungen die Einführung der gemeinsamen europäischen Währung auf die Wirtschaft mit sich bringt, darüber sind sich selbst die, die es eigentlich wissen müssten, nicht einig

All diesen Einflüssen kann sich auch eine Stadt wie Oer-Erkenschwick nicht entziehen.
Welche Auswirkungen langfristig die Schließung des Kohlefeldes unter der Haard und die damit fragwürdig gewordene Nordwanderung des Bergbaues für unsere Stadt hat, vermag der Verfasser dieser Chronik im Augenblick nicht zu übersehen.
Im April 1998 zeigte die Statistik für unsere Stadt folgendes Beschäftigungsbild: Von den rd. 31.000 Bewohnern in Oer-Erkenschwick waren 9.218 Bürger als versicherungspflichtig Beschäftigte registriert. 1.782 Bürger waren als arbeitslos gemeldet und weitere 785 Personen lebten von staatlicher Unterstützung.

Unter all den aufgezeigten, insgesamt nicht nur positiven Vorzeichen, ist die Frage der weiteren Entwicklung unserer Stadt momentan nur schwer zu beantworten. Alle politischen Kräfte und zuständigen Institutionen werden gemeinsam alle Bemühungen auf den Erhalt der vorhandenen und der Hinzugewinnung neuer Arbeitskräfte konzentrieren müssen, damit auch noch unsere Kinder und Enkel hier in Oer-Erkenschwick in Sicherheit und Zufriedenheit werden leben können.
 
 

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