|
Von der Vorgeschichte bis zum Ersten Weltkrieg |
|
Oer, Erkenschwick und Rapen waren
bis zum Ende des 19. Jahrhunderts ausschließlich von der Landwirtschaft
geprägt, erst danach begann die Industrialisierung.
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war das Gebiet der heutigen Stadt Oer-Erkenschwick fast ausschließlich von der Land- und Forstwirtschaft geprägt.
Nach dem Frieden von Louneville im
Jahre 1801 wurde das Kirchspiel Oer mit den Ortsteilen Oer, Alt-Oer, Siepen
und Sinsen der Bürgermeisterei Recklinghausen zugewiesen. Die Bauernschaft
Erkenschwick kam zur Bürgermeisterei Datteln, wozu auch die Bauernschaft
Rapen gehörte.
Wie aus der Tabelle zu ersehen ist, erhöhte sich die Bevölkerung in diesen wenigen Jahren enorm. Der große Bedarf an Arbeitskräften konnte in dieser Zeit nur durch zahlreiche Zuwanderer, vorwiegend aus den damals östlichen Provinzen aber auch durch die Zuwanderung von Ausländern gedeckt werden. Man kann sich vorstellen, dass dieser so kurzfristig hohe Bevölkerungszuwachs das politische, soziale und kulturelle Leben in Oer, Erkenschwick und Rapen nachhaltig gewaltig veränderte. Die Bevölkerungsstruktur zu Beginn des 1. Weltkrieges besagt, dass zu diesem Zeitpunkt 31% Einheimische, 25% Slowenen, 15% Polen, 17% Ostpreußen und 12 % anderer Herkunft waren. Die Schachtanlage entwickelte sich in den ersten zwei Jahrzehnten ganz erstaunlich. Neben der Abteufung weiterer Schächte wurde der Bahnanschluss nach Sinsen, die Kokerei und ein eigenes Kraftwerk in Betrieb genommen. Bis zum Jahre 1913 erhöhte sich die Kohleförderung auf 670.000 t und die Belegschaft auf ca. 2.400 Mitarbeiter. Obwohl die Zeche und die mit ihr einhergehende starke Bevölkerungsentwicklung vielseitige Probleme mit sich brachte, war es doch d e r Grundstein für die nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung von Oer, Erkenschwick und Rapen.
In dieser Zeit entstanden die heute noch bei uns vorhandenen sog.
Zechenkolonien. Bis
zum Ersten Weltkrieg gab es schon ca. 1.300 Bergbauwohnungen. Auch Privatpersonen
bauten nun Häuser und halfen mit, den großen Wohnungsbedarf
zu decken.
Das Vereinsleben entwickelte sich langsam und die ersten Gemeindegasthäuser
wurden gebaut. Ebenso stammt aus dieser Zeit das St. Agnes-Stift, welches
nicht nur Kindergarten und Nähstube war, sondern auch die Betreuung
Hilfsbedürftiger und Kranker übernahm und als Waisenhaus diente.
Hierdurch wurde schon zur damaligen Zeit eine gewisse soziale Betreuung
der Bevölkerung sichergestellt.
|
||||||||||||||||||||||||||||||