"Dein Vater machte die
besten Amerikaner. Die
werde ich nie vergessen.
Der Apfelkuchen war ein
Traum. Und die Sahne
vermisse ich noch heute", schwärmt Ute 01brich ihrer Gesprächspartnerin Gisela Rüping
vor. Deren Vater war der
Bäcker Franz Schwack,
und vor fast 40 Jahren
hat Ute Olbrich, damals
noch Voigt, in dem mittlerweile nicht mehr existierenden Familienbetrieb an der Ahsener Straße gearbeitet.
Das war kurz bevor es sie im
Alter von 21 Jahren in die Vereinigten Staaten von Amerika
zog. Derzeit weilt die Auswanderin auf Stippvisite in der
Heimatstadt und tauscht sich
mit alten Bekannten aus. So
auch mit Heinz und Gisela Rüping. Für das ungewöhnliche
Wiedersehen nach so langer
Zeit zeichnet Karl-Heinz Wewers verantwortlich, der seit
mehr als zwei Jahren mit Ute
Olbrich in Kontakt steht, und
zwar per E-mail. "Meine Töchter Colleen und Nicole haben
mich überredet, doch einmal
die neue Technik auszuprobieren", erklärt die Ex-Oer-Erkenschwickerin, die seit 13
Jahren mit ihrem zweiten
Ehemann in West Chester im
Bundesstaat Ohio ein Restaurant betreibt. Und so kam sie
auf die Idee, Informationen
über ihre Heimatstadt im Internet zu suchen, und landete
prompt auf der Homepage
von Karl-Heinz Wewers.
"Es hat sich hier
so viel verändert"
Als Ute Olbrich im vergangenen Jahr erstmals nach
mehr als 30 Jahren wieder in
der Stimbergstadt weilte, kam
leider kein Besuch bei Familie
Wewers zustande. Das persönliche - Kennenlernen wurde
nun nachgeholt. Und dabei
wurden viele Erinnerungen
an das alte Oer-Erkenschwick aufgefrischt. "An den Tanzabenden bei Vatteroth
am Hünenplatz hatten wir immer
sehr viel Spaß", so Ute 01brich, die damals mit ihrer
Mutter Henriette an der Jahnstraße 18 wohnte.
Jetzt ist ihr aber vieles in der
Stimbergstadt fremd: "Es hat
sich so viel verändert, ich
kann es kaum glauben. Ich habe mich mehrfach verfahren.
Außerdem ist alles so klein,
die Straßen sind im Vergleich
zu Amerika so eng. Noch nie
bin ich an so viele Bordsteinkanten gefahren wie hier", beschreibt sie die Erfahrungen
während ihres Aufenthaltes.
Noch bis Mittwoch ist die US Amerikanerin in der Stimbergstadt. Bis dahin wird sie
noch oft alte Freunde, zum
Beispiel Ursula Klinke, zu der
sie in all den Jahren immer
Kontakt hatte, besuchen. Und
genau wie jetzt bei Wewers
werden Kaffee und Kuchen
serviert. Nur auf die geliebten
Amerikaner von Bäcker
Schwack muss der Gast aus
Ohio verzichten.

Erinnerungen: Ute Olbrich, geb. Voigt (vorn r.), und Gisela Rüping, geb. Schwack
(v.l.)
(v.h.l.) UrsulaWewers, HeinzRüping und
Karl-Hei,nzWewers.
-FOTO:WOLFF
_____