Straßenkämpfe
wurden auf dem Schulhof vereinbart. Es wurde abgesprochen, Jungen von der
Hochstraße spielen gegen die von der Engelbertstraße. Oder Buschstraße gegen
Ahsenerstraße. Nicht etwa Elf gegen Elf. Da die Burschen in etwa in einer
Altersgruppe sein mussten, gab es Fußballvergleiche Sieben gegen Sieben oder
noch weniger je Mannschaft. Die Jungen von der Ahsenerstraße kickten hinter dem
Friedhof, die in der Nähe des Stimberg-Stadions wohnten an den "Vier
Tannen". Das war eine Anlage eigentlich zur Erholung. Wo sich jetzt der
Eingang zur Tribüne des Stadions befindet, war eine gepflegte bewaldete Mulde
angelegt worden. Mit einem steilen Rodelberg, guten Spazierwegen und einer Grasfläche,
auf der mal vier Tannen gestanden haben sollen. Jeweils vor Weihnachten
verschwand eine in der Nacht. Als alle Tannen klammheimlich von der Wiese
geholzt waren, hieß das Geläuf immer noch "Vier Tannen".
Gemeindearbeiter bauten ein Fußballtor auf das Gelände, so wurde es eine
beliebte Bolzstätte. Engelbertstraße gegen Hochstraße war ein Spiel
vereinbart worden. Weil es auf dem kleinen Platz nur ein Tor gab, wurde gegenüber
eines angedeutet, in dem einige Jungen ihre Pullover oder Hemden zu einen
maulwurfhohen Haufen legten, die jeweils als Torpfosten galten. Eine Querlatte
gab es deshalb nicht, ein Schiedsrichter musste entscheiden, ob ein in den
blauen Himmel geschlagener Ball als unter oder über die Latte gerechnet wurde.
Sieben gegen Sieben. Die Hochstraße bot Kalla Lein auf, die Engelbertstraße
den Balltechniker Gerhard Zeitz, genannt Moppel. Der Schiri kam von der
Ahsenerstraße - es war Schorse Szymaniak. Später spielte er 43 Mal für
Deutschland. Er hatte zu unserer Überraschung sich irgendwie eine Schiripfeife
organisiert, aber Schorse besaß wie die anderen auch keine Armbanduhr. Schiri
Szymaniak hatte sich zu helfen gewusst, in der linken Hand trug er aus der
heimischen Wohnung mitgenommen einen bauchigen Wecker, den er auf 30 Minuten
gestellt hatte, so dass er zur Halbzeit klingelte. Bei Straßenkämpfen lag oft
die Betonung auf Kämpfe. Wessen Torwart zwischen den angedachten Torpfosten aus
Pullovern stand, behauptet grundsätzlich, der Schuss sei weit über die Latte
gegangen. Der Schorse grinste während des Spiels viel. Auch wenn er heftig
beschimpft wurde. Für ihn blieb der verbissene Straßenkampf nur ein Fußballspiel.
Gerhard Zeitz kritisierte den Schorse an den "Vier Tannen" heftig,
obwohl ansonsten beide in einer Jugendmannschaft der Spielvereinigung standen.
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