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Sonntags wenn
die Kröpper kamen In einigen Familien wurde an den Sonntagen schon um elf Uhr zu Mittag gegessen. Hastig meist, denn an den Sommertagen standen die Türen auf, die
Kratzgeräusche der Löffel über den Tellerboden waren in den anderen Wohnungen gut zu hören. Intimität gab es in der Kolonie nicht. Ohne Lob für das Essen rasten die Taubenväter aus den Wohnungen und bauten sich in den handtuchschmalen Gärten hinter den Häusern auf. Die Kröpper wurden erwartet. Meine Mutter schimpfte, "die gucken wieder die Tauben im Arsch." Wir hielten keine. Dann brach die Unruhe ein in die sonntägliche Ruhe - die ersten Tauben erschienen am Himmel. Sofort liefen die Besitzer der "fliegenden Geldschränke" in ihre Schläge. Wenn ein Tier zielsicher den heimischen Schlag angeflogen hatte, dann aber auf dem Abflugbrett sitzen blieb und noch etwas ruhte, schlugen die Herzen vor Aufregung schneller. So manche Taube büßte diese Pause mit ihrem Ende. Wir
Blagen standen nach dem Mittagessen auf der Straße und genossen die
kindliche Freude manches Alten, wenn er vermeintlich mit seinen Kröppern
vorn lag. Nach dem Krieg hatten die Taubenväter noch keine eigenen
Uhren, auf denen die genaue Ankunftszeit festgehalten werden konnte. Dem
Tier wurde sofort der Ring abgezogen, er musste schnell in das
katholische Vereinshaus transportiert werden, dort konnte die
Reihenfolge des Eingangs registriert werden. Gegen eine |
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