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und sonntags an die Stever Die
Gewerkschaftsjugend baute einige Zeit nach dem Krieg unter Mitnahme von
Material vom Pütt einige Paddelboote, die in Haltern an der Stever in
einem Schuppen gesichert waren. Für die Freizeit standen sie den Jungen
der vier Ortsgruppen unserer IG Bergbau zur Verfügung. Vier
Ortsgruppen, das hieß, alle vier Wochen waren wir von unserer
Ortsgruppe dazu berechtigt. Die Grenze für unsere Ortsgruppe war nach Süden
die Bahnlinie, im Norden das Kino Böttcher. Das Bootshaus lag in der Nähe von Halterns Jugendherberge, wo die Stever müde sich in den Stausee begibt. Gekämpft wurde, wer im Boot vorn sitzen musste, und welcher Junge auf dem Hintersitz Steuermann sein durfte. Im Rudel paddelten die Burschen aus der Kolonie die Stever aufwärts, was bei ihrem trägen Wasserlauf nicht anstrengend war. Bis Hullern war sie für unsere Boote noch schiffbar. Dort aßen wir am Ufer die mitgebrachten Butterbrote und hart gekochten Eier, sehr gemütlich, mit nur wenigen Paddelschlägen, trieben danach unsere Boote in Richtung Mündung. Dort lag links am Ufer das Restaurant Haus Niemen mit einem Zeltplatz davor. Hier kehrten wir deshalb nie ein, weil es sich keiner leisten konnte. Unter einer Straßenbrücke hindurch lag vor uns die weite Fläche des Sees. Einen Ausflugsdampfer darauf gab es damals noch nicht. Von hier an saß zu oft die Angst mit im Paddelboot, was wird sein, wenn es umkippen sollte oder ein Gegenstand im Wasser ein Loch reißt? Weiter als ein Fußballplatz lang ist fuhren wir nicht in den See hinein. Da war die Stever mit ihren nahen Ufern und üppigen Trauerweiden sowie Pappeln daran irgendwie sicherer. Am späten Nachmittag radelten wir die selbe Strecke zurück. Glücklich in der Gemeinschaft eine wunderbare Freizeit verbracht zu haben. Arnold Mlodzian von der Stimbergstraße, der nun in Toronto lebt, in seiner Erinnerung: "Für die einen ist das Idyll im Klepper die Stever hinunter zu fahren oder auf dem Halternser See zu törnen" der Heimathafen ihrer Jugend. Er suchte die weite Welt. Aber die Erinnerung an die Stever blieb. |
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