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Robert
Romanski`s "englische Härte"
von Hans Dieter
Baroth
Wir
waren sehr überrascht, als unter Einfluss des Pastors in Erkenschwick
ein neuer Fußballverein gegründet wurde - DJK Grün-Weiß
Erkenschwick. Die Seele des Vereins war Walter Krajewski, den wir Opa
Krajewski nannten. Er war der Schwiegervater des Betriebsrates Günter
Heumüller. Der Rentner Krajewski war für die ehrenamtliche Kleinarbeit
zuständig, er flickte die Bälle und Tornetze, er sorgte dafür, dass
der so genannte Spielbetrieb lief. Der Pastor von Christus-König
agierte mehr aus dem Hintergrund. "Opa" Krajewski legte mit
Hand an, als es an der Weidenstraße galt, einen eigenen Fußballplatz für
Grün-Weiß zu bauen. Direkt hinter der Gaststätte Schneider, dem
Vereinslokal des Kirchenclubs. Wer bei Grün-Weiß kickte, dem wurde
nicht nur auf dem Pütt nachgesagt, für die Spielvereinigung reiche es
bei ihm wohl nicht.
Als
dann zwei Jahren nach Gründung der Grün-Weißen der Platz an der
Weidenstraße "eingeweiht" wurde, spielte dort zum Auftakt die
Alt-Oberligamannschaft der Schwarz-Roten mit Franz Berger, Johann
Smigelski, Rudi Sperl, Fritz Silken und - Robert Romanski. Der stand bei
solchen Spielen bis eine Stunde vor dem Anpfiff noch hinter der Theke
der Sportzentrale Romanski und zapfte Biere. Robert Romanski trug einen
Mittelscheitel, den wir Kolonieblagen Poposcheitel nannten. Robert
Romanski war während des Krieges und danach der Mittelläufer der
Schwarz-Roten. Obwohl selbst Sportsmann, trug er stets einen qualmenden
Zigarrenstummel im Mund, der ihm auch nicht hinaus fiel, wenn er zu Gästen
redete. Meistens hielt er die linke Hand dabei am Zapfhahn. Einen kräftigen
Bauch hatte er auch, unklar blieb, ob von den Bieren oder westfälischen
Kartoffeln. Plötzlich griff er eine Stunde vor dem Anpfiff nach seiner
prall gefüllten Aktentasche mit seiner Sportkleidung darin und lief zum
Platz von Grün-Weiß. Erst kurz vor dem Auflaufen legte er den
Zigarrenstummel weg. Als die Schwarz-Roten an einem Sommerabend auf dem
neuen Platz aufliefen, trug Kapitän Jule Ludorf einen Blumenstrauß, an
dem aber die Blüten schon abfielen. Die alten Cracks der Spvgg. standen
fast nur auf dem Platz, die Grün-Weißen liefen wie junge Hunde.
"Sieben oder acht haben die uns reingehauen", erinnert sich
Werner Rosina von Grün-Weiß. Er schoss ein Tor von insgesamt drei
Toren der Gastgeber. Ein junger Grün-Weißer war gegen den mächtigen
Bauch von Robert Romanski geprallt und rief überrascht "aua".
"Englische Härte", konterte der Gastwirt Romanski in der
Abwehr laut über den neuen Platz. Den Ausdruck habe ich bei dem Spiel
zum ersten Mal gehört. |