|
Franz
Berger mit der Pferdelunge Günter
Pelz trug stets die Tasche / Eingetretene Niere musste entfernt werden „Franz
Berger, Spielvereinigung Erkenschwick, 44 Spiele in der Oberliga West,
sechs Tore." So lauten die Angaben über unseren Kicker in der
offiziellen Statistik des DFB: Er galt als Mann mit einer Pferdelunge.
Franz Berger spielte in der Anfangsformation der Schwarz-Roten, die bei der Gründung der Oberliga West durch einen Kantersieg in Aachen am ersten Spieltag Tabellenführer wurde. Der
hagere schmale Mann wohnte in der verlängerten Buschstraße. Vor
Heimspielen lungerte Günter Pelz von der Buschstraße vor dem Haus des
Franz Berger. Kurz
nach 13 Uhr verließ der Mann mit der Mannschaftsposition "Läufer"
die Wohnung, in einer prall gefüllten Aktentasche waren die Fußballschuhe
verpackt. Günter Pelz übernahm die Tasche, er trug sie neben dem Kicker
trabend ins Stadion. Erreichte
das ungleiche Paar am Haupteingang die Kassenhäuschen, legte der Spieler
einen Zeigefinger auf die Schulter des Taschenträgers, beide passierten
die Kartenkontrolle. Wegen dieser Dienstleistung besuchte Günter Pelz die
Meisterschaftsspiele kostenfrei. Während
eines Meisterschaftsspiels bei Rot-Weiß Oberhausen trat deren Spieler
Stahl eisenhart zu. Schwer verletzt wurde Franz Berger ins Krankenhaus
transportiert, die eingetretene Niere musste entfernt werden: Wir
glaubten, Franz Berger trage nie mehr die schwarzrote Kluft. Einjahr
Mann mit dem eisernen Willen Der
Mann mit dem eisernen Willen kehrte zurück. Er spielte mit einer Niere in
der Oberliga, dann auch weiter in der II. Division. Und immer noch mit
dieser Pferdelunge. Berger, Silvers, Smigielski hieß die Traumläufereihe.
Franz Berger lief mit dem Ball am Fuß aus der Verteidigung über den
Platz bis zum gegnerischen Tor. Er war ein Mann voller Leidenschaft. Aufsteiger
in die 2. Liga war Schwarz-Weiß Essen. Gerade gegen den Aufsteiger hatten
sich unsere was ausgerechnet. Sie führten 1:0, Essen glich aus. Es folgte
das 2:1, ihm ein 2:2, erneute Führung 3:2; die Schwarz-Weißen glichen
wieder aus. Die Essener Spieler umarmten den Schützen. Sie trabten zum
Anstoßpunkt zurück, der Schiedsrichter hatte auch die Richtung
eingeschlagen. Nun
lief der wütende Franz Berger von hinten zum Schützen und trat ihn in
den Steiß. Der lag auf dem grünen Rasen und schrie. Der Essener wurde
vom Schiri wegen Spielverzögerung heftig verwarnt. Franz Berger wirkte,
als könnte er nicht einmal nach einer Fliege schlagen. Und die übrigen SchwarzRoten? Selbstverständlich hatte keiner den Fehltritt ihres Läufers gesehen. Franz Berger starb sehr früh.
| |||
| (C) by Karl-Heinz Wewers / WEBDESIGN |