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Wenn
das Postfahrrad vor Böttcher in Klein-Erkenschwick stand... „Der
Soethe ist da", hieß schon im Krieg der Informationsruf an die
Kinder um den Markt in Klein-Erkenschwick. Sein Postfahrrad, mit vielen
kleinen Päckchen beladen, lehnte an dem Geschäftshaus von Stegemann. Vom Soethe war aber nichts zusehen. Er brachte die Briefe in die Häuser, plauderte hier und dort und nahm dabei so manchen Eingeschenkten zu sich. Da sei er wie ein Fisch, sagten die Erwachsenen.
Während
dieser Zeit betrachteten die Kinder die interessanten meist fremdländischen
Briefmarken. Sie waren oft auffallend anders als die deutschen mit dem
Porträt von Adolf Hitler. Väter
schickten Briefe oder gar Päckchen aus fernen Ländern, in denen sie als
Soldaten stationiert waren. Die Blagen entwickelten eine gewisse Kenntnis,
viele konnten noch nicht lesen, deshalb orientierten sie sich an den
Briefmarken. Denn bald wusste fast jedes Kind, welche aus Frankreich,
Italien oder Belgien war. Arnold
Mlodzian von der Stimbergstraße, damals noch im Kindergarten, lief
jeweils zur Mutter und kündigte ein Päckchen vom Vater an, an den
Briefmarken hatte er erkannt, dass eine Sendung aus Frankreich dabei war. Während
der Soethe einen zu sich nahm, versuchten besonders wagemutige Jungen, die
Briefmarken von den Päckchen zu entfernen, Neuer
Standort schnell ermittelt Auch
der neue Standort war schnell ermittelt, das Fahrrad vom 5oethe stand an
der Wand von Böttcher gelehnt. Er hat sich einen genommen und war länger
an der Theke stehen geblieben. Deshalb wurde nach dem Mittag auch so
mancher Brief an die falsche Adresse geliefert. Die Empfänger unrichtiger
Briefe wechselten sie jeweils aus an die richtige Adresse. Das nannten sie
tätige Nachbarschaftshilfe. Hinter
dem Postschalter Unruhe
in das Leben kam lange nach dem Krieg. Als die Menschen begeistert von der
Mondbesteigung waren, klaute auf der Von-Waldthausen-Straße ein Bursche
die gesamte Post aus dem Schiebewagen des Beamten: Er durchsuchte sie nach
Geld, fand aber nichts. Die gestohlenen und geöffneten Briefe verscharrte
der jugendliche Dieb hinter dem Freibad in der Haard. | ||
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