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Sonntagsspaziergang
zur Holtgarde Misslaunig
ging es die Klein-Erkenschwicker Straße in Richtung Rapen Sonntags
wurde die Festkleidung angelegt. Der Vater trug einen schwarzen Anzug mit
Weste, die Mutter ein geblümtes Kleid mit einer Schleife, die Jungen wurden
ausstaffiert: Dunkelblauer Anzug mit jeweils kurzer Hose und weißen Kniestrümpfen.
Wir hassten die Aufmachung. Der
Sonntagsspaziergang führte von der Engelbertstraße zur Holtgarde. Vorbei
am Lichtspielhaus Böttcher. In der Christus-König-Kirche wurde um 15 Uhr
zur Andacht geläutet. Pfarrer Reckmann hatte uns eingebläut: „Du sollst
an den Sonntagen eine hl. Messe mit Andacht hören." Als Kind glaubte
ich, er habe die Andacht um 15 Uhr gemeint. Und
hatte ein schlechtes Gewissen, wegen der Holtgarde. Misslaunig ging es die Wiesen grenzten an das Stickstoffwerk. Sie wurden abgelöst von Klärteichen, links in den Weiden erhoben sich die Gasometer. Davor grasten Kühe, ein kontrastreiches Bild von Landwirtschaft und Industrie in friedlicher Eintracht.
Viele
„Kunden" In der „Kreide" Heinz Röthig betrieb darin einen Friseurladen. So mancher Rapener bekam hier als Kind seinen ersten Haarschnitt. Im selben Haus gab es noch das Lebensmittelgeschäft August Stegemann. Wo
viele „Kunden" in der Kreide standen. So hieß es, wenn nicht bezahlt
werden konnte. Schräg gegenüber, vor der Kulisse des Stickstoffwerkes gab
es eine Verladestelle. An der Litfasssäule davor wurden mangels Angebot in
der Nachkriegszeit keine Werbeplakate geklebt. |
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