1oo Jahre Kirchengemeinde St. Josef
1908 bis 2008

Vom Mütterverein zur kfd:
100 Jahre Katholische Frauengemeinschaft St. Josef

Maria Memering

Die kfd St. Josef ist eine Gemeinschaft von Frauen für Frauen. In ihr spiegelt sich die Vielfalt von Frauenleben mit unterschiedlichen Wünschen, Zielen und Standpunkten wider. Heute wie damals ist die kfd eine Gemeinschaft aus der Kraft des Glaubens.
Mit der Gründung der Gemeinde vor 100 Jahren wurde auch bald der Wunsch nach einer Gemeinschaft der Frauen groß, die in christlicher Nächstenliebe am Dienst in der Kirche verantwortlich teilnehmen wollten. Nach der Gründungsversammlung fanden sich viele Frauen zusammen, die die anfallende caritative  Arbeit in der Gemeinde unterstützen wollten.
Die Anfangsjahre stellten große Herausforderungen an die Gemeinschaft , die sich Frauen- und Mütterverein nannte. Alle für uns heute so selbstverständlichen Hilfsmittel standen den Frauen nicht zur Verfügung. Sie meisterten die ihnen gestellten Aufgaben jedoch in bewundernswerter Weise.
Im Jahre 1933 feierte die Gemeinschaft im Saale Kausch ihr 25-jähriges Bestehen. Zu dieser Zeit gehörten dem Frauen- und Mütterverein schon 450 Frauen an. Sie unterhielten eine Sterbekasse, aus der den Bedürftigen gezahlt wurde.
Es folgte die schwere Zeit des ns-Regimes. Alle katholischen Vereinigungen hatten unter Repressalien zu leiden. Im Jahre 1935 hielt der Frauen- und Mütterverein seine letzte ordentliche Versammlung ab. Die Beiträge wurden aber weiterhin erhoben und von den Bezirkshelferinnen eingesammelt. Auch die Sterbekasse durfte weitergeführt werden. Es traten auch während der Nazizeit Frauen der Gemeinschaft bei (von 1935–1945 waren es insgesamt 58 Frauen). Sie fanden auch in den harten Zeiten des Krieges und der Nachkriegszeit Kraft in ihrem Glauben und wagten im Jahre 1947 einen Neuanfang. Es fanden nun wieder Wallfahrten, Ausflüge und gesellige Nachmittage statt. Dem Protokollbuch der Gemeinschaft ist zu entnehmen, dass es zum 50-jährigen Bestehen im Jahre 1958 ein reges und lebendiges Vereinsleben gab. Die Gemeinschaft , die jetzt Katholische Frauengemeinschaft (kfd) heißt, ist fester Bestandteil des Gemeindelebens.
Auch im Jahre 2008, nach 100 Jahren kfd St. Josef, ist das so. Traditionelle Arbeitsfelder sind erweitert worden und neue hinzugekommen. Die Frauenbildung und die Frauenseelsorge sind das Hauptanliegen der kfd. Zu ihrem jährlichen Programm gehören Glaubensgespräche, Gottesdienste und Referate zu verschiedenen Themen. Es haben sich Arbeitskreise gebildet. Im Liturgiekreis wird die Gemeinschaftsmesse der Frauen am Dienstag vorbereitet. Seit 1976 gestalten die Frauen in Eigenverantwortung ihren Gottesdienst. Am zweiten Dienstag im Monat bereitet das Frühstücksteam das anschließende Frühstück vor. Dieser Frühstückstreff findet seit 1984 statt. Der Kreis 40-plus gestaltet seit Jahren eine Weiberfastnacht. Eine Theatergruppe bereitet für den Seniorenkarneval und für das Jahresfest ihre humoristischen Einlagen vor (siehe Foto ).

Frauen der kfd nehmen in jedem Jahr an der FFF-Tour (Frauen-Friedens-Fahrrad-Tour) teil. Sie wird im Gedenken an das Friedensgebet im Dom zu Münster in jedem Jahr in einer anderen Pfarrei des Dekanates veranstaltet. Am Weltgebetstag der Frauen, der in Zusammenarbeit mit der evangelischen Frauenhilfe gestaltet wird, nehmen die Frauen der kfd teil. Im Wechsel mit dem Jahresfest wird im Monat Mai eine Maiandacht abgehalten. Beim Pfarrfamilienfest unterhält die kfd die von allen Besuchern geschätzte Cafeteria. In jedem Jahr bereiten einige Frauen einen Ausflug für alle Mitglieder vor. Diese Fahrten sind immer ausgebucht. Im Monat Oktober werden die langjährigen Mitglieder geehrt und neue Frauen feierlich in die Gemeinschaft aufgenommen. In Zusammenarbeit mit dem Kath. Bildungswerk finden am letzten Mittwoch im Monat Vorträge zu unterschiedlichen Themen statt. Im letzten Jahr standen Vorträge zur Erhaltung der Gesundheit im Vordergrund. Im November jeden Jahres findet ein Glaubensgespräch mit unserem Präses Pfr. Clemens Kreiss statt.

Die kfd St. Josef hat derzeit 265 Mitglieder. Die Anzahl der Mitarbeiterinnen im Besuchsdienst beträgt 25 Frauen. Sie verteilen die Zeitschrift Frau und Mutter« an die Mitglieder und sammeln den Mitgliedsbeitrag ein. Durch ihre Besuche halten sie den Kontakt der Mitglieder zur Gemeinschaft.

 

       Die kfd wurde von 1908 bis 2008 von folgenden Frauen geführt:
 

1908–1918 Maria Elisabeth Wember

1964–1970 Irmgard Czech

1918–1923 Elisabeth Fröhlingsdorf 

1970–1975 ToniWewers

1923–1947 Maria Vonnahme  1975–1986 FineWestermann
1947–1959 Elisabeth Stenner 

1986–1998 Hanni Aurin

1959–1964 Frau Inden  seit 1998 Uta Baumert

             

 

 

                                                  

                                                                      

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